Bei seiner Begrüßungsrede erinnerte Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hesl daran, dass im Dezember ein Runder Tisch mit 16 Führungskräften aus allen Ebenen des Kreisverbands gegründet worden war und sich dem Thema Nachhaltigkeit zunächst mit guten Vorträgen vom DRK-Bundesverband genähert hatte. Innerhalb des Kreisverbandes Böblingen habe es in den vergangenen drei Jahren schon einige Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gegeben. „Wir sind es den Menschen schuldig, nachhaltig zu arbeiten. Ich hoffe, Sie bekommen auch Lust auf das Thema“, sagte der Kreisgeschäftsführer zu den Mitarbeitenden.
Was diese nun konkret tun können, das erklärten vier Führungskräfte aus verschiedenen DRK-Unternehmensteilen. Die vier haben dazu dieser Tage auch mit Kameramann Lars Theurer einen Film gedreht, der im Internet unter YouTube abgerufen werden kann. Die nötigen Informationen sind außerdem in einer gedruckten Broschüre „Nachhaltigkeit – Sei dabei!“ zusammengefasst, die an allen Standorten ausgelegt werden soll.
DRK-Kreisausbildungsleiter Tim Schnee erklärte sowohl im Film als auch bei der Veranstaltung, was unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Bei einem Haus könne man sich die Nachhaltigkeit als Dach vorstellen, das von den drei Säulen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit getragen werde. Tim Schnee zeigte mit Beispielen auf, dass der Kreisverband bereits nachhaltig agiert. Er erinnerte an die zwei Bienenvölker, die auf dem Dach des Kreisverband-Gebäudes Honig produzieren. Zur sozialen Nachhaltigkeit gehöre es, dass die Mitarbeitenden im Unternehmen bleiben und sich dort wohlfühlen. Das werde beispielsweise durch Tischkicker-Turniere und Betriebsausflüge unterstützt. Ökonomische Nachhaltigkeit sei, mit Ressourcen, die das Unternehmen zur Verfügung stellt, verantwortungsvoll umzugehen. Das geschehe zum Beispiel durch die digitale Gehaltsabrechnung, die Papier und Porto einspare.
Personalleiter Markus Dees stellte fest, dass das Thema Nachhaltigkeit unheimlich vielschichtig ist. Es sollte aus seiner Sicht selbstverständlich sein, dass jeder etwas tut. Bei einer Klausurtagung im Januar in Bühl hätten die 16 Teilnehmenden des Runden Tisches schon einige Projekt-Ideen entwickelt. „Bei über 1000 Mitarbeitenden kann aber eine ganz andere Ideenvielfalt entstehen. Das wollen wir nutzen.“
Pascal Tartsch, stellvertretender Rettungswachenleiter in Sindelfingen, legt Wert darauf, dass sich alle beteiligen können. Er gab ein paar Beispiele: „Die Rettungswache in Herrenberg lädt aktuell nicht zum Verweilen ein. Wir könnten drei Pflanzkübel kaufen und Blumen einpflanzen. Das ist schon ein Nachhaltigkeits-Projekt, das auch die soziale Komponente mit abdeckt.“ Auch das Teilen von Ausbildungsmaterial, wie Puppen, sei nachhaltig. „Wir müssten nicht mehr so viel Material vorhalten, wenn wir Dinge teilen.“ Tartsch wies darauf hin, dass die Mitarbeitenden – gegebenenfalls auch als Team – mit innovativen Ideen zur Nachhaltigkeit sogar noch Preise gewinnen können. Denn der DRK-Kreisverband möchte drei erfolgreich umgesetzte Projekte prämieren.
Ronny Martin, Regionalleiter Nord der DRK-Altenpflegeheime gGmbH, erläuterte, dass die Mitarbeitenden vor Ort über ihre direkten Vorgesetzten die Ideen einreichen können. „Dafür haben wir das Projektideenblatt entwickelt.“ Das Formular gibt es über einen QR-Code, der in der Broschüre abgedruckt ist. „Bestimmt fällt vielen im eigenen Umfeld noch etwas Nachhaltiges ein.“
Auf Nachfrage stellte Kreisgeschäftsführer Hesl klar, dass der Kostenrahmen für die Nachhaltigkeits-Projekte begrenzt ist. Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage wäre beispielsweise eine hohe Investition, die erst durch die Haushaltsplanung und diverse Gremien bestätigt werden müsste. Jede DRK-Abteilung soll in diesem Jahr in allen drei Teilbereichen tätig werden, jeder Mitarbeitende bei mindestens einem Projekt dabei sein.
Auch wenn Nachhaltigkeit beim DRK-Kreisverband zum Jahresthema 2025 erklärt wurde, bedeute das nicht, dass ab dem kommenden Jahr keine nachhaltigen Verbesserungen mehr angestrebt werden. „Das Thema geht weiter“, so Hesl. „Unser CO2-Fußabdruck wird immer attraktiver werden. Das liegt in unserer gesellschaftlichen Verantwortung.“
-Lutz Selle-